Tragetücher

Wickelkreutztrage

Wickelkreuztrage

Die beste Art ein kleines Baby schon ab der Geburt zu tragen ist gleichzeitig auch die anpassungsfähigste und am längsten nutzbare.
Ein Tragetuch passt sich der Größe des Babys und des Trägers an. Wenn es korrekt gebunden ist, stützt es das Baby optimal am Rücken und entlastet den Tragenden.
Es gibt verschiedene Tragevarianten und -positionen, die ganz an die Situation und die Bedürfnisse beider angepasst werden können. Wenn man zum Beispiel nur kurz das Baby oder Kleinkind tragen möchte um schnell etwas mit beiden Händen zu erledigen, kann man das Tuch im einfachen Hüftsitz oder in der Hüftschlinge tragen.
Trägt man länger, bietet sich die Wickelkreuztrage an. In dieser Position kann das Baby auch in Ruhe schlafen, ohne abgelegt werden zu müssen.
Es gibt auch Techniken in denen man zusätzlich Ringe benutzt um zu binden.

Alle Bindeweisen erfordern am Anfang etwas Geduld und Übung. Man wird aber schnell sicher im Umgang mit dem Tuch und dann ist es wirklich einfach anzulegen.

Es gibt Tragetücher in unterschiedlichen Längen, Webarten und Materialzusammensetzungen.
TragetücherSie haben Streifenoptik, sind gemustert oder unifarben. Sie können dick oder dünn sein, fest oder weich. Bei dieser großen Auswahl ist bestimmt für jeden ein passendes Tuch dabei. Dabei sollten das verwendete Rohmaterial und die Farben für Babys und Kinder unbedenklich sein, denn sie werden auch daran rum kauen. Wenn die Farben Speichel- und Schweißfest sind, färben sie nicht ab und sind für Haut und Babymund geeignet.

Grundsätzlich gilt, dass Tragetücher diagonalelastisch sein müssen, in Kette und Schuss (Länge und Breite) aber stabil sein sollen. Wichtig ist auch das Zusammenspiel von Schiebefestigkeit, Drapierbarkeit, Fadendichte und Garnart.

Es kommt bei diesen speziellen Tüchern auf die richtige Kombination von Elastizität und Stabilität an. Das Tuch soll sich schön am Körper des Babys anschmiegen, es aber auch gut halten und stützen.

Die meisten Tücher haben doppelt umgenähte Kanten und abgeschrägte Enden. Die schrägen Enden machen das Binden etwas handlicher. Handgewebte Tücher haben allerdings eine fest gewebte Kante (Webkante) und gerade Enden. Elastische Tücher sind oft nur mit einer Versäuberungsnaht am Rand gesichert.

Welche Tuchlänge man benötigt, hängt hauptsächlich davon ab, wie man tragen möchte und welche Bindetechnik am häufigsten eingesetzt wird. Für einige Techniken braucht man ein relativ langes Tuch, für andere reicht ein ganz kurzes. Die Statur der Eltern ist natürlich auch ein wichtiger Punkt. Die Tuchlängen variieren zwischen den Herstellern, aber es gibt auf den Herstellerseiten genaue Informationen darüber.

Die Materialzusammensetzung ist im Grunde eine Geschmackssache. Man kann auch gut mit einem reinen Baumwolltuch auskommen. Für die verschiedenen Temperaturen des Jahres gibt es aber auch entsprechende Materialmixe, z.B. mit Wolle oder Seide. Besonders stabile Tücher haben auch gerne einen Hanf- oder Leinenanteil. Je nach Materialzusammensetzung ändern sich in der Regel auch die Binde- und Trageeigenschaften etwas.

Man unterscheidet bei den Tragetüchern grundsätzlich nach Webarten. Es gibt drei Grundbindungen: Leinwandbindung, Köperbindung und  Atlasbindung.
Unter einer Bindung versteht man die Verkreuzung der Kettfäden (Kette = Längsrichtung) mit den Schussfäden (Schuss = Querrichtung).

Für alle, die es genauer wissen wollen, gibt es hier mehr Details:

  • Leinwandbindung

    Leinwandbindung

    Leinwandbindung

    Der Schussfaden geht abwechselnd einmal über den Kettfaden, dann wieder unten durch. Dies ist die kleinste mögliche Bindung. Beide Stoffseiten sehen gleich aus.
    Von einigen Firmen werden „normale“ Stoffe mit Leinwandbindung als Tragetuch verkauft. Sie sind dicht gewebt und stabil, meist schiebefest und dadurch nicht sehr anschmiegsam. Man kann damit zwar tragen, aber sie sind für längere Zeiträume nicht so komfortabel. Die Ausnahme sind handgewebte Tücher, sogenannte „handwoven“, die lockerer gewebt sind und dadurch wieder gute Trageeigenschaften bekommen.

  • Köperbindung

    Köperbindung

    Köperbindung

    Bei dieser Bindung  geht der Schussfaden einmal über den Kettfaden, dann zweimal darunter her. In der nächsten Reihe widerholt sich das Muster um eins versetzt.  Es entsteht ein diagonaler Grad. Beide Stoffseiten sind unterschiedlich.
    Für Tragetücher wird oft die Kreuzköperbindung oder aber auch die Diamantköperbindung verwendet. Bei beiden gibt es einen Richtungswechsel im Muster, der dafür sorgt, dass sich der Stoff in alle Diagonalrichtungen gleich verhält. Die meisten Standarttücher haben diese Bindung. Sie sind weich und trotzdem stabil und griffig. Mit ihnen kann man als Anfänger am besten das Binden üben, da sie auch anfängliche Bindefehler verzeihen können.

  • Atlasbindung/ Satinbindung

    Atlasbindung

    Atlasbindung

    Hier geht der Schussfaden über einen Kettfaden und dann unter mehr als zwei Kettfäden durch. In der nächsten Reihe wird das Muster mindestens um zwei Kettfäden versetzt. So entsteht eine Stoffseite, auf der viel mehr Kett- oder Schussfäden zu sehen sind. Dadurch entsteht ein seidiger Glanz auf der Oberfläche. Tücher mit dieser Bindung sind angenehm weich und wirken lockerer und luftiger als die anderen beiden Bindungen.
    Hier muss man schon etwas mehr Übung beim Anlegen haben, da das Tuch auch schnell mal zu locker oder ungleichmäßig gebunden sein kann.

  • Jacquard

    Die Jacquardstoffe werden auf speziellen Jacquard-Webstühlen hergestellt und können durch eine besondere Technik verschiedenste Webarten im Stoff kombinieren. Dadurch entstehen ausgefallenen Muster im Stoff, die diese besondere Optik der Tücher ausmacht. Im Griff und bei den Binde- und Trageeigenschaften ist es angenehm weich und locker, da hier auch oft die Atlasbindung zum Einsatz kommt. Für diese Tücher braucht man auch schon etwas Übung beim Binden.

  • Elastische Tragetücher/ Jersey Tücher/ Interlock Tücher

    Elastische Tragetücher werden gewirkt und nicht gewebt. Das heißt, sie bestehen aus Maschen und sind dadurch elastisch. Es gibt sie allerdings mit den unterschiedlichsten Eigenschaften. Sie können von kaum bis sehr elastisch sein, von dick bis ganz dünn. Sie sind angenehm zu tragen, da sie weich und anschmiegsam sind. Vor allem bei kleinen Babys mit wenig Fettpölsterchen können elastische Tragetücher angenehmer sein, als die gewebten Tücher.
    Elastische Tragetücher bieten ausreichend Halt für Frühchen und kleine Babys, sofern sie richtig gebunden werden. Traglinge, die mehr als acht Kilo wiegen, sollten lieber mit einem gewebten Tragetuch getragen werden.